Plattdüütsch Rechtschrieven?

In jeden Oort snackt man annert Plattdüütsch. Woans kunn man dat denn henkriegen?

Na ja, ok hoochdüütsch warrt in jedet Rebeet anners snackt. Dorbi mutt man nich mal dat asige ut Schwaben un Sassen nöhmen. De Spood vun dat hoochdüütsche kummt jo ok dorher, dat se sik to de Tiet op een Schriefwies enigt hebbt.

Dorto Reinhard Goltz von’n INS, Bremen:

Jedeen weet, dat vun Dörp to Dörp anners snackt warrt. Dat is goot so. Toon un Utspraak sünd so eene Ort vun Fingerafdruck. In Platt hett sik keen Standard kloor utwiest, wiel de Staat keen Vörgaven maakt hett . Ünner disse Ümstänn hebbt sik de Sünnerlickeiten in de Rebeten bewohrt, de nu de bannig grote Mischung vun der verschieden Oorden an Plattdüütsch utmaakt.

Wenn een also för een lokal Theatergrupp oder ok een lokal Daagblatt schrifft, schull he oder se ok dat lokal plattdüütsch bruken. Wenn avers de schreven Text ok in annere Rebeden leest warrn schall, denn is en de sülvige Schriefwies kloor beter.

Dorto Heiko Evermann von „lern-platt.de“:

Een Rechtschrieven hett vele Vördelen:

Rechtschrieven helpt den Leser
Een Text is lichter to lesen, wenn een Woort jümmers op de sülve Oort schreven warrt. Jüst för Anfängers, de sik mit dat Plattdüütsche nich ganz seker sünd, is dat wichtig. Plattdüütsch schall keen Radelsraden ween, wenn man de Wöör eerst denn kennt, wenn man se sik faken luut vörleest hett.

Mit Rechtschrieven sünd Nakieksel mööglich
De Woortschatz vun Plattdüütsch is grötter, as man so denkt. Veele Anfängers kennt man blots de Wöör, de so oder so wat as in hoochdüütsch sünd. Wokeen in plattdüütsch wieder kamen will, bruukt de Chancen, Wöör na to söken, wenn’t jichtens geiht. Aver wi goot is een Nakieksel, wenn de Wöör ganz anners scheven sünd, as man denkt un denn lang söken mutt.

Rechtschrieven helpt den Schriever
De Raat „schriev as du snackst is överall bekannt, helpt aver nich wieder. Jüst de Anfängers sünd faken nich seker. Gifft dat disse Form wohrhaftig oder is dat man eben een sülvst maakte Import vun hoochdüütsch? Den is dat goot, mal eben gau natokieken, wat annere Schrievers düsse Form ok kennt. As ik vör goot 10 Johr anfungen heff to schrieven, müss ik toeerst jedet Woort nakieken.

Mit Rechtschrieven is dat automaatsch Proven mööglich
Modern Programmen för dat bearbeiden vun Text hebbt jümmers een automaatsch Proven för hoochdüütsch un ok annere Spraken. De mehrsten Bruker hebbt dat ok inschalt, ok för plattdüütsch is dat goot so wat to hebben. Aver dat geiht man blots mit een afmaakt Rechtschrieven.

 

Plattdeutsche Rechtschreibung?

In jedem Ort spricht man doch anderes Plattdeutsch. Wie kann man das denn machen?

Nun, auch hochdeutsch wird in jeder Region anders gesprochen. Dabei muss man nicht mal die Extreme wie Schwaben und Sachsen nennen. Der Erfolg des hochdeutschen liegt aber u. a. daran, dass man sich damals auf eine gemeinsame Schreibweise geeinigt hatte.

Dazu Reinhard Goltz vom INS, Bremen:

Bekanntlich wird von Dorf zu Dorf ein wenig anders gesprochen. Das ist gut so. Tonfall und Aussprache sind eine Art sprachlicher Fingerabdruck. Im Platt hat sich kein Standard entwickelt, weil der Staat keine Vorgaben gemacht hat . Unter diesen Bedingungen haben sich die regionalen Besonderheiten erhalten, die heute die herrliche Vielfalt des Plattdeutschen ausmachen.

Wenn also jemand für eine lokale Theatergruppe oder auch ein lokales Tageblatt schreibt, sollte er oder sie das lokale Plattdeutsch verwenden. Wenn der geschriebene Text aber auch möglichst in anderen Gegenden gelesen werden soll, ist eine einheitliche Schreibweise klar besser.

Dazu Heiko Evermann von „lern-platt.de“:

Eine Rechtschreibung hat viele Vorteile:

Rechtschreibung hilft dem Leser
Ein Text liest sich leichter, wenn ein Wort immer auf dieselbe Art geschrieben wird. Gerade für Anfänger, die sich mit dem Plattdeutschen unsicher sind, ist das wichtig. Plattdeutsch soll kein Rätselraten sein, bei dem man Wörter erst dann erkennt, wenn man sie sich mehrmals laut vorgelesen hat.

Rechtschreibung ermöglicht Lexika
Der Wortschatz des Plattdeutschen ist größer als man gemeinhin ahnt. Vielen Anfängern sind aber nur die Wörter bekannt, die dem Hochdeutschen gleich oder zumindest sehr ähnlich sind. Wer im Plattdeutschen vorankommen will, braucht daher die Möglichkeit, unbekannte Wörter nachschlagen zu können. Aber was nützt ein Lexikon, wenn es die Wörter ganz anders schreibt, als man es vermutet, und man erst lange suchen muss?

Rechtschreibung hilft beim Schreiben
Der weit verbreitete Rat „schreib wie du sprichst“ hilft dem Lernenden nicht weiter. Gerade Anfänger sind sich oft unsicher. Gibt es diese Form tatsächlich oder ist das gerade ein selbstgemachter Import aus dem Hochdeutschen? Da hilft es, schnell mal prüfen zu können, ob auch andere Schreiber diese Form kennen. Als ich vor gut 10 Jahren angefangen habe, Plattdeutsch zu schreiben, habe ich am Anfang jedes Wort nachgeschlagen.

Rechtschreibung ermöglicht die automatische Prüfung
Moderne Programme zur Textverarbeitung bieten eine automatische Rechtschreibprüfung, auf Hochdeutsch. Und viele Nutzer haben sie eingeschaltet. Auch für Plattdeutsch ist es gut, so etwas zu haben. Aber auch das geht nur mit einer vereinbarten Rechtschreibung.

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